
Das war also die erste Folge von “Gottschalk live” und ganz ehrlich: Es hätte schlimmer kommen können. Fehlenden Elan kann man Gottschalk für seine erste Sendung nicht unterstellen, im Gegenteil: Auch wenn das Sendekonzept noch etwas mau war (Anmoderation, Sitzende Stand-Up-Comedy, Talk, Werbung, Talk, Werbung, Talk, Werbung, Wetter, Talk, Abmoderation) machte Thomas Gottschalk schon zu beginn klar wer der Herr im Hause ist, und überraschte mit viel Selbstironie und einer Ein- und anschließenden Ausladung von Nicolas Cage. Leider kamen die groß angekündigten Social-Media-Elemente etwas zu kurz und auch die sich im Studio befindende Redaktion muss sich ihre Existenzberechtigung noch verdienen. Der Talk mit Michael „Bully“ Herbig verlief in gewohnter Gottschalk-Manier und ab einem gewissen Punkt fragte ich mich, wann den nun die Wette vorgestellt wird. Doch die Wette kam nicht, stattdessen folgte ein Werbemarathon der seinesgleichen sucht (und wahrscheinlich in der ARD-Sportschau findet). Gegen Ende der Sendung fiel Gottschalk vor den Zuschauern auf die Knie und flehte das Publikum an auch morgen wieder einzuschalten, wenn nicht wegen ihm, dann wenigstens wegen dem “süßen Eisbärbaby” das Morgen Bestandteil der Sendung seien wird.
Fazit der ersten Sendung: Es gibt viel Luft nach oben, aber Thomas Gottschalk hat bewiesen, dass er in der Lage ist, diese Sendung zu stemmen und in der “Todeszone” Vorabendprogramm überleben kann. Das Werbekonzept muss allerdings schnellstens überdacht werden und die eingeschobene Wettersendung ist auch mehr als ungünstig programmiert. Auch die interaktiven Elemente sollten zügig überarbeitet und ausgedehnt werden, und sei es auch nur mit einer Twitterwall. Insgesamt gilt: Ein Anfang ist gemacht, warten wir einmal ab, wie sich “Gottschalk live” entwickelt.

