Heute geht‘s wieder um Musik: Diese Woche sind ja wieder tolle Alben erschienen, eines lang-erwartet, eines – für mich – überraschend. Die Rede ist von „Light of X“ von Miranda Lee Richards und „Diamonds Fall“ von Phillip Boa and the Voodooclub.

- Phillip Boas neue Platte
Das letzt-genannte Album hab‘ ich nämlich voll verpennt, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich mit dem letzten Longplayer „Faking to Blend in“ von unserem geliebten Indi-Meister nicht wirklich angetan war, aber ich hab ihm wirklich einiges zu verdanken – musikalisch. Auf seinen Konzerten habe ich gelernt, das der von der Decke tropfende Schweiss *wirklich* das Mischpult lahmlegen kann und das sich auch Herforder Konzertgänger richtig rocken können – nachdem sie eine Stunde lang sich nicht bewegen hatten. Die Beangrowers und ihre unglaubliche Frontfrau Alison Galea hätte ich wahrscheinlich zu spät oder gar nicht kennengelernt und ihre großen Alben „48k“ und „Dance Baby Dance“ mit Sicherheit verpasst. Also ist jede Boa-Veröffentlichung seit „Boaphenia“ ist für mich ein Pflichtkauf, und dieses Mal wurde ich auch nicht enttäuscht: Seit „My Privat War“ hat mir kein(!) Boa-Album wieder so gut gefallen wie „Diamonds Fall“. Großartige Songs wie „DJ Baron Cabdriver“ und „Fiat Topolino“ gehen sofort in‘s Ohr und/oder die Oberschenkel. „The World Has Been Unfaithful“ kommt wie eine Boa-typische Hymne daher, bei der man voller Verzückung an „Deep in Velvet“ oder „Bells of Sweetness“ denken muss. An den deutschen Text von „The Ballad Of Pia And Toett“ muss ich mich allerdings noch gewöhnen, aber mir gefällt auf jeden Fall besser als „Der Himmel“, was nicht bedeutet das dies ein schlechter Track ist. Super gemacht Boa! Welcome Back!

Das Follow-Up zu "The Herethereafter" heißt "Light of X"
Vor acht Jahren bekam ich „The Herethereafter“ von Miranda Lee Richards in die Finger und bis heute höre ihre Debüt-Platte noch immer regelmässig. Zu CD-Player-Zeiten war diese Scheibe oft in meinem Rucksack, danach auf Mini-Disc und mit dem Beginn des iPod-Zeitalters dann digital mein ständiger Begleiter. Zu „Beauty Queen“ oder „The Beginner“ bin ich quer durch Europa gereist und habe Freunde kommen (und gehen) sehen. Seit heute dreht sich endlich erstmals die zweite Platte von Miranda Lee Richards im CD-Player. Wieder ist es ihr zauberhafter Gesang, die relaxten Gitarren, die immer knapp am Country vorbeischrammen und die leicht psychedelische Hippie-Stimmung die ihre Musik tragen. Als ob sie nie etwas anderes gemacht hätte. Schon der Opener „Breathless“ hat alles was ihre Songs brauchen, und der Rest der Platte braucht sich vor dem Opener nicht verstecken. Vorne weg das stimmungsvolle “Early November”.
Thank you for that awesome record, Miranda!

Leona Naess meldete sich letzten Herbst mit einer neuen Platte zurück
Na komm, einer geht noch: Würde ich mal wieder ein Mixtape machen, wäre bestimmt ein Song von Leona Naess dabei. Ihr letztes Album „Thirteens“ hat auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen, obwohl „Big Love“ von ihrer „Ghost in the Attic“-Single leider nicht auf dem Album vertreten ist. Schade, aber verschmerzlich: Elf (warum eigentlich nicht 13) wunderschöne Songs lassen eine Drei-Viertel-Stunde lang die Welt um uns vergessen. „Leave Your Boyfriends Behind“ verzaubert uns mit leiser Melancholie und einem bombastischen Mitgröhlrefain und „Heavy like Sunday“ ist eines der schönsten Liebeslieder die ich kenne.
Gut: Das war jetzt ein rund 500 Wörter langer Liebesbrief an drei Alben, das war nicht das was ich mit diesem Blog-Eintrag bezwecken wollte, aber egal. Vielleicht lang‘s am Rotwein? Wer will jetzt ein Mixtape von mir haben?